Basale Studierfähigkeit in der Erstsprache Deutsch


Wie Mitte April bekanntgegeben wurde, wollen das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) ab 2014 den Rahmenlehrplan für die gymnasialen Maturitätsschulen mit Bestimmungen zur allgemeinen Studierfähigkeit im Bereich der Erstsprache ergänzen. Vom IfE soll ein Katalog erstellt werden, der diejenigen sprachlichen Kompetenzen auflistet, welche für alle Studiengänge von grosser Wichtigkeit sind und am Gymnasium erworben werden müssen.
Der Vorstand des VSDL steht diesem Vorhaben nicht unkritisch gegenüber. Er stellt grundsätzlich in Frage, ob die bestehende Problematik durch einen dem Rahmenlehrplan Erstsprache angehängten Katalog gelöst werden kann. Weiter bestehen Zweifel an der Verwertbarkeit der aus der EVAMAR II-Studie gezogenen Resultate, die dem Entscheid der EDK zugrunde liegen, das Teilprojekt 1 zu realisieren. Zum anderen gibt es offene Fragen in Bezug auf die konkrete Ausarbeitung eines solchen Katalogs. Diese betreffen vor allem das Verhältnis des Deutschunterrichts und der Erstsprachenanwendung. Letztere muss als überfachliche Kompetenz in der Verantwortung aller Fächer stehen und darf nicht nur im Deutschunterricht eine Wertigkeit haben. Somit darf ein solcher Katalog auch nicht einfach dem Auftragsbereich des Deutschunterrichts zugeordnet werden. Eine mögliche Nivellierung der Erstsprachkompetenzen der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nach unten durch die Definition basaler Studierfähigkeit erscheint dem Vorstand ebenfalls als mögliche problematische Folge.
Anlässlich der Generalversammlung des VSDL findet am 29. November am Literargymnasium Rämibühl in Zürich ein Austausch mit Herrn Prof. Dr. Eberle vom Institut für Erziehungswissenschaften (IfE) statt, der das Projekt leitet. Seinem Input folgen Koreferate vom HSGYM-Vertreter und Fachdidaktiker Dr. Ralph Fehlmann und dem Literaturdidaktiker Prof. Dr. Rudolf Käser, Mitglied der Monte Verità AG Erstsprache. Der VSDL möchte die Gelegenheit nutzen seine Überlegungen und Bedenken anzubringen und freut sich über die aktive Teilnahme vieler Mitglieder.